CJC-1295, Ipamorelin und Sermorelin tauchen in der Wachstumshormonachsen-Forschung gemeinsam auf und werden oft so gruppiert, als wären sie austauschbar. Sind sie nicht. Am klarsten unterscheidet man sie danach, auf welchen Rezeptor sie wirken — und auf dieser Grundlage zerfallen sie in zwei verschiedene Familien.
Dieser Artikel fasst zusammen, wie die drei in der peer-reviewten Laborliteratur auf der Ebene der Rezeptorpharmakologie beschrieben werden — zur Orientierung innerhalb der Forschungsgemeinschaft. Er beschreibt keine Anwendung am Menschen, keine Dosierung und keine therapeutischen Wirkungen, und nichts hier sollte als Anleitung für die Anwendung am Menschen verstanden werden.
- CJC-1295 und Sermorelin sind GHRH-Analoga — sie wirken auf den GHRH-Rezeptor.
- Ipamorelin ist ein wachstumshormonfreisetzendes Peptid (GHRP) — es wirkt auf den Ghrelin-Rezeptor (GHS-R), ein anderes Ziel.
- Sermorelin entspricht der GHRH(1-29)-Sequenz; CJC-1295 ist eine länger wirkende modifizierte Version davon.
- Alle drei werden ausschließlich für die Laborforschung geliefert und sind nicht für die Anwendung am Menschen oder Tier zugelassen.
Zwei Familien, zwei Rezeptoren
Die in der Literatur untersuchten Wachstumshormon-Sekretagoga zerfallen in zwei breite mechanistische Gruppen. GHRH-Analoga ahmen das wachstumshormonfreisetzende Hormon nach und wirken auf den GHRH-Rezeptor. GHRPs (wachstumshormonfreisetzende Peptide) wirken stattdessen auf den Ghrelin-Rezeptor (GHS-R). Die drei Verbindungen hier verteilen sich über diese Linie — genau deshalb werden sie oft in Kombination und nicht als Ersatz füreinander untersucht.
Sermorelin — das GHRH(1-29)-Analogon
Sermorelin entspricht den ersten 29 Aminosäuren des wachstumshormonfreisetzenden Hormons — dem aktiven Fragment, geschrieben GHRH(1-29). In der Literatur ist es praktisch das Referenz-GHRH-Analogon und wirkt auf den GHRH-Rezeptor. In Forschungsmodellen ist es vergleichsweise kurz wirkend. Dies sind mechanistische Beobachtungen, keine nachgewiesenen Ergebnisse beim Menschen.
CJC-1295 — das lang wirkende GHRH-Analogon
CJC-1295 ist eine modifizierte Version derselben GRF(1-29)-Sequenz, konstruiert für längere Wirkdauer. Es wirkt auf denselben GHRH-Rezeptor wie Sermorelin, gehört also zur selben Familie — das unterscheidende Forschungsmerkmal ist die verlängerte Dauer gegenüber dem kürzer wirkenden Sermorelin.
Ipamorelin — der Ghrelin-Rezeptor-Agonist
Ipamorelin gehört zur anderen Familie. Es ist ein kleines synthetisches Peptid, das auf den Ghrelin-Rezeptor (GHS-R) wirkt, nicht auf den GHRH-Rezeptor — was es zu einem GHRP statt einem GHRH-Analogon macht. In der Literatur wird es als in Forschungsmodellen relativ selektiv hervorgehoben. Da es über einen anderen Rezeptor als die beiden anderen wirkt, wird es in Forschungsdesigns häufig mit einem GHRH-Analogon kombiniert statt direkt verglichen.


